Ganztagsbetreuung: Wohlfahrtspflege fordert Landesgesetz für NRW

17.11.2021

Eine zeitige gesetzliche Regelung für die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung fordert die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW (LAG FW). „Die Träger brauchen eine verlässliche Finanzierung der Betriebskosten und die Eltern erwarten zu Recht landesweit einheitliche Elternbeiträge“, sagte Helga Siemens-Weibring, Vorsitzende des LAG-Arbeitsausschusses Kinder, Jugend und Familie auf einer Fachtagung in Essen.

Den Wohlfahrtsverbänden gehe es beim Ausbau der Ganztagsbetreuung nicht nur um die Bereitstellung der erforderlichen Plätze, sagte Siemens-Weibring. „Im Vordergrund stehen die qualitativen Rahmenbedingungen also der Fachkraftschlüssel, die Raumfragen und die pädagogisch abgesicherte Verzahnung des Betreuungsangebotes mit schulischen Inhalten.“  Der Prozess der Umsetzung des Rechtsanspruchs müsse politisch gesteuert werden, forderte Siemens-Weibring. „Bundesmittel für Investitionen müssen verteilt werden, die Kommunen müssen sich aufstellen, der Fachkräftebedarf muss geplant werden.“

Die Fachtagung „NRW auf dem Weg zum Rechtsanspruch – Ein guter Ganztag aus Sicht von Kindern“ am heutigen Mittwoch in Essen sei ein erster Schritt, um mit den Verantwortlichen des Landes und Akteuren aus der Praxis in Gespräch zu kommen, sagte Siemens-Weibring. „Unser Ziel ist es, Kindern bessere Teilhabechancen zu geben, Bildungsungleichheit abzubauen sowie den Eltern eine verlässliche Betreuungsperspektive zu bieten“, betonte sie. Qualitätsstandards ließen sich nur durch eine verlässliche und gleiche Finanzierung der Betriebskosten an allen Standorten herstellen. Es dürfe zukünftig keine regionalen Unterschiede mehr geben, Elternbeiträge sollten vereinheitlicht werden. Dafür sei ein Landesgesetz notwendig. „Das Thema werden wir auch in den Landtagswahlkampf bringen“, kündigte Siemens-Weibring an.

Die Freie Wohlfahrtspflege NRW betreibt mehr als 80 Prozent aller Ganztagsangebote an Grundschulen in NRW und setzt sich seit Jahren für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und gleiche Standards ein. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung wurde kurz vor der Bundestagswahl nach zähem Ringen zwischen Bund und Ländern vereinbart und gilt ab den Jahr 2026/27. In NRW werden Prognosen zufolge bis zu 260.000 zusätzliche Ganztags-Plätze benötigt, die dann von den Eltern eingeklagt werden könnten.

Pressemitteilung als PDF

Weitere Nachrichten

Meldung vom 01.12.2021
Mit der Aktienrente will Christian Lindner zum Renten-Retter werden. Börsenspekulation inklusive Bürgerkriege, Ausbeutung und Umweltzerstörung – alles für das sichere Geld im Alter. weiterlesen
Meldung vom 25.11.2021
„Chapeau an euch Werkstatträte und Frauenbeauftragte!“ Mit diesem Ausdruck brachte Kristin Wessel, Fachberaterin Eingliederungshilfe beim AWO Bezirksverband Westliches Westfalen ihre Hochachtung vor der Leistung der amtierenden Gremienvertreter*innen auf den Punkt. weiterlesen
Meldung vom 23.11.2021
AWO Seniorenzentren schaffen mit digitalem Projekt Kontakt zu den Angehörigen weiterlesen
Meldung vom 18.11.2021
Janine Opalka (AWO Westliches Westfalen) und Torsten Otting vom Landesjugendwerk bilden die neue Doppelspitze des Fachverbands der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA). weiterlesen
Meldung vom 18.11.2021
Eine Herzenssache von Vorstand und Geschäftsführung weiterlesen
Meldung vom 17.11.2021
Eine zeitige gesetzliche Regelung für die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung fordert die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW (LAG FW). weiterlesen
Meldung vom 16.11.2021
Der AWO Bezirksverband fördert die Digitalisierung in den Begegnungsstätten weiterlesen
Meldung vom 01.11.2021
Aus Hartz IV wird vermutlich das Bürgergeld. Ein neuer Name für das Altbekannte, ansonsten ändert sich nicht viel. Obwohl doch! Drei Euro mehr im Monat soll es geben. Aber wirklich mehr landet dadurch auch nicht in den Mägen, meint der Steiger. weiterlesen
Meldung vom 27.10.2021
Bezirksverband entwickelt praxisnahes Arbeitsset, das Kindern hilft, über ihre Sorgen zu sprechen weiterlesen
Meldung vom 25.10.2021
Ein zentrales sozialpolitisches Projekt einer neuen zukunftsorientierten Bundesregierung muss die Einführung einer Kindergrundsicherung sein. Das Ziel: die Chancen aller Kinder in Deutschland verbessern. weiterlesen